Trennkost

trennkost Streng genommen handelt es sich bei der Trennkost eigentlich mehr um eine bestimmte Ernährungsform als um eine Diät.

Für wen geeignet?

Da die Trennkost nicht direkt als Diät anzusehen ist, sondern als langfristige Ernährungsumstellung, eignet sie sich sowohl für Kinder, Frauen als auch für Männer jeden Alters.

Funktionsprinzip

Durch die Trennkost wird der biochemische Rhythmus des menschlichen Organismus wieder in die richtigen Bahnen gelenkt. Der Körper kann während der Trennkost Durchführung also selbst die Kohlenhydrate und Proteine trennen, um sie dann an den unterschiedlichen Stationen im Körper auf die Verdauung vorzubereiten. Es werden alle Nahrungsmittel beim Trennkost Prinzip in Gruppen aufgeteilt. So kann eine optimale Vereinbarkeit der Produkte erzielt werden.

Empfohlene Anwendungsdauer

Die Trennkost ist eine Ernährungsumstellung auf langfristiger Ebene und schon allein deshalb für langfristige oder dauerhafte Anwendungen bestens geeignet. Sie erfordert allerdings vor allem am Anfang einiges an Disziplin. Der Körper gewöhnt sich allerdings sehr schnell an die neue gesunde Ernährung und den Unterschied merkt man nicht nur bei der Gewichtsabnahme.

Welche Gewichtsabnahme kann in welchem Zeitraum erwartet werden.

Für einen Erfolg bei der Gewichtsabnahme ist es zwingend erforderlich, die Trennkost Regeln streng einzuhalten. Aber hierbei geht es langsam zu, denn eine Ernährungsumstellung kostet Kraft und Energie für den Organismus - er muss sich erst an die Trennkost gewöhnen. Eine Wochenabnahme von 500 Gramm ist aber denkbar und gut zu schaffen.

Beispielhafter Diätplan:

Bei der Trennkost sollte man grundsätzlich morgens und mittags Lebensmittel wie Brot und Kartoffeln zu sich nehmen. Am Abend ist eine eiweißreiche Kost zu empfehlen. Hier bietet sich ein Kalbssteak oder Puten–Geschnetzeltes mit einen kleinen Salat oder Gemüse sehr gut an. Den passenden Diätplan kann man sich individuell mit einer Trennkost Tabelle zusammenstellen. Somit können ganz individuelle Ernährungspläne erstellt werden. Zwischen den Mahlzeiten sollten Sie Pausen bis zu vier Stunden einlegen. Reichliches Trinken in Form von ungesüßtem Tee oder Wasser ist wichtig und wirkt unterstützend auf den Organismus. Außerdem kann viel trinken den Hunger bremsen.
Frühstück
fruehstueck Das Frühstück sollte basisch sein. Es bietet sich Naturjoghurt mit z.B. Weizenkleie und Quark, der mit Obst gemischt wird, als leichtes basisches Frühstück an. Es kann auch ein Früchtemüsli mit reichlich Magerjoghurt und Trockenfrüchten und Nüssen (im Maßen erlaubt) zu sich genommen werden. Selbst Rühreier oder Spiegeleier sind erlaubt. Anstelle der Sahne eignet sich sehr gut Mineralwasser. Die Rühreier werden dadurch besonders locker. Kleine Schnittlauchröllchen, Spargel, Zucchini, Spinat, Zwiebeln, Paprika, Pilze usw. geben dem Rührei den richtigen Pfiff. Wer es etwas derber mag, der kann gerne auch zum Vollkornbrötchen oder Vollkornbrot greifen. Als Vollkornbrot werden alle Brote und Brötchen bezeichnet, die aus geschrotetem oder gemahlenen Vollkorngetreide wie. z.B. Roggen, Weizen, Hafer und Dinkel bestehen. Auf das Vollkornbrot kommt anstelle der Wurst aber in diesem Fall z.B. ein Quark, Tomaten, Knoblauch oder Paprikadip. Auch Käse kann in Maßen verzehrt werden. Ein kleiner Salat aus Möhren, frischem Lauch und Haferflocken ist eine gute Frühstücksalternative. Beim Dressing sollten Sie auf kaltgepresstes hochwertiges Olivenöl oder Distelöl zurückgreifen.
Mittag
mittagessen Ein ganz typisches Mittagsgericht wäre z.B. ein klassischer Kartoffelgratin mit einem kleinen Salat als Beilage. Die Mittagsgerichte enthalten grundsätzlich viel Kohlenhydrate, dafür aber kein Fleisch (siehe Trennkosttabelle). Allerdings sollte immer ein Salat aus frischem Gemüse und Kräutern dazu gereicht werden. Diese strickte Trennung gilt hierbei auch bei den gewählten Getränken. Deshalb sind mittags keine fruchtzuckerhaltigen Getränke erlaubt.
Abends
abendessen Abendessen = Eiweissmahlzeit
Am Abend sollten Sie hauptsächlich eiweißhaltige Lebensmittel essen. Eiweiß befindet sich meist in tierischen Produkten wie z.B. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Käse (Hart, Weichkäse und Frischkäse), Milchprodukte mit Fettanteil unter 50 % sowie Wurstwaren. Eine komplette Aufstellung finden Sie in unserer Trennkosttabelle. Es kann hierbei gerne auf die entsprechenden Vorlieben eingegangen werden und man sollte ruhig variieren. Ein Rezept für eine eiweißreiche Kost am Abend könnte z.B. ein Hähnchenbrustfilet auf gedünstetem Gemüse oder anstelle von Gemüse ein knackiger Salat mit Olivenöl sein. Auf die Kohlenhydrate sollten Sie am Abend aber strikt verzichten.
Zwischenmahlzeiten
zwischenmahlzeit Zwischenmahlzeiten sind erlaubt, allerdings sollten diese grundsätzlich aus Obst oder Gemüse bestehen.

Hintergrund:

Warum bei Trennkost die Eiweissmahlzeit am Abend?

Eiweiss ist dafür bekannt, dass der Glucagonspiegel (Glukagon ist ein Gegenspieler vom Insulin) steigt. Das Hormon Glukagon wird ebenso wie sein Gegenspieler, das Insulin in der Bauchspeicheldrüse in den sog. Langerhans-Inseln gebildet. Die Aufgabe des Glukagons besteht hauptsächlich darin, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Sinkt der Blutzuckerspiegel oder wird eine proteinreiche (eiweisshaltige) Mahlzeit, wie es bei der Trennkost üblich ist, zu sich genommen, wird Glukagon freigesetzt und sorgt wieder für einen Anstieg des Blutzuckerspiegels.


Was genau macht Glukagon und warum ist es bei der Trennkost wichtig?

In der Leber und den Muskeln wird Zucker in Form von Glykogen gespeichert. Dieser Speicherreserven bedient sich das Glukagon um den Blutzuckerspiel konstant zu halten. Bei Insulin läuft der Prozess in umgekehrter Reihenfolge ab. Diesen Kreislauf nennt man die Glykogenolyse. Zusätzlich zur ablaufenden Glykogenolyse wird ein Enzym gebildet, welches für den schnellen Fettabbau in der Leber und Muskeldepots verantwortlich ist. Der Stoffwechsel wird sozusagen angekurbelt, um dem Körper Energiereserven bereitzustellen. Fazit: wird eine eiweißreiche Nahrung am Abend eingenommen, läuft in der Nacht die Fettverbrennung auf Hochtouren. Kohlenhydrate wie z.B. Nudeln, Reis, Brot oder Kartoffeln bremsen diese Verbrennung, da anstelle von Glucagon das Insulin freigesetzt wird. Insulin sorgt für ein Ansteigen des Blutzuckerspiegels. Vereinfacht gesagt, werden die Kraftreserven in Form von Depots eingelagert. Die Fettverbrennung bleibt dadurch natürlich aus.

Heißhungerattacken

Heißhungerattacken werden in den meisten Fällen durch Süßes herbeigerufen, aber auch Störungen im Essverhalten können Heißhungerattacken auslösen.
Wird am Abend z.B. etwas Süßes zu sich genommen, passiert Folgendes: Zucker gelangt schnell durch den Magen-Darmtrakt ins Blut. Der Blutzuckerspiegel erhöht sich dadurch sehr schnell. Insulin wird in großen Mengen ausgeschüttet, um den Blutzucker zu regulieren und den Zucker zu den jeweiligen Zellen (zur Energiegewinnung) zu bringen. Da alles sehr schnell abläuft, kann es sehr leicht vorkommen, dass der Körper nicht so schnell von Insulin auf Glucagon umstellt und der Zuckerspiegel absinkt. Es kommt zu Heißhungerattacken und Unterzuckerung. Stark kohlenhydrathaltige Produkte wie Nudeln, Brot, Reis, Kartoffeln lassen den Blutzuckerspiegel (Insulinspiegel) in der Bauchspeicheldrüse des Körpers ansteigen. Wenn der erhöht ist, ist eine gleichzeitige Fettverbrennung nicht möglich. Danach sackt der Spiegel oft auf Minuswerte ab, was Heißhunger zur Folge haben kann.


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wir von Diätplan.eu wollen Ihnen die auf unserer Website vorgestellten Diäten möglichst korrekt und verständlich darstellen. Eine Empfehlung für eine spezielle Diät können wir aber nicht aussprechen. Nach unserer Überzeugung muss jeder für sich selbst herausfinden, was am besten zu ihm paßt. Das kann eine der genannten Diäten sein oder vielleicht auch die Erkenntnis, besser gar keine Diät zu machen! Wir sind aber sehr an Ihrer Meinung interessiert - vielleicht haben Sie ja schon eine der genannten Diäten selbst ausprobiert und wollen Ihre Erfahrung uns oder auch anderen Lesern mitteilen:
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